Das war der Deutsche Präventionstag

Am Montag den 06.06. machten wir uns gegen 7.00 Uhr auf den Weg nach Magdeburg. Die Fahrt verlief sehr gut. Ohne Stau oder Sonstige Probleme. Gegen 10 Uhr bezogen wir unsere Hotelzimmer und fuhren mit unseren Rädern, inklusive kleinem Umweg, zum Messegelände, um uns dort für den Kongress anzumelden und diesen natürlich auch zu besuchen.

Als erstes besuchten wir die Eröffnungsveranstaltung. Erich Marks, der Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages, begrüßte seine über 2000 Gäste, gewohnt herzlich in Magdeburg. Die Seebühne im Elbauenpark war ein perfekter Ort, bei dem herrlichem Wetter, um den Kongress zu beginnen. Über 1000 Behörden, Organisationen und Verbänden, wollten in den zwei Tagen über das breite Arbeitsfeld der Prävention diskutieren, mitteilen und ihren Horizont erweitern. Hier gibt es Videos zur Eröffnungsveranstaltung.

Danach übernahmen folgende Personen das Wort und begrüßten ebenfalls in Magdeburg bzw. auf dem Jahreskongress: Dr. Reiner Haseloff, Dr. Lutz Trümper, Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner, Holger Münch und Prof. Dr. Regina Ammicht-Quinn. Für die musikalische Umrahmung war der Chor der JVA Burg ‚Klangzeit‘ verantwortlich.

Nach einer kleinen Pause, besuchten wir die erste Themenbox „Integration durch Sport“. Es gab 3 Einzelvorträge zu den Themen: Sport und Flüchtlinge, Demokratietraining und Sport im sozialen Brennpunkt. Wir lernten dort die Weiterbildung zum „Sport-Coach“ kennen, die natürlich unser Interesse weckte.

Es gibt bei jedem Kongress eine Postersession und Projektspots. Diese sahen wir uns am Montag im Schnelldurchlauf an und entschlossen uns für ein wenig Freizeit bis dann um 18.30 Uhr die Abendveranstaltung im Maritim Hotel begann. Ungefähr eine Stunde erkundeten wir Magdeburg mit dem Rad. Die Radwege am Elbufer fuhren wir aber erst nach dem Abendessen und einer kurzen Verweildauer bei der Abendveranstaltung entlang.

Der Dienstag startete für uns mit einem ausgedehnten Frühstück im Hotel inklusive Checkout. Mit Sack und Pack machten wir uns diesmal mit unserem motorisiertem Fahrzeug auf dem Weg zum Messegelände. Der Kongresstag begann für uns mit einer Theateraufführung der Bundespolizei. Die Aufführungen behandelte das Thema „Slefies im Gleisbett“. Das Stück war sehr eindrucksvoll und wurde für die entsprechende Zielgruppe, die auch vor Ort war, der 11 bis 13 jährigen umfassend nachbereitet. Am Nachmittag besuchten wir noch einen Projektspot zur Aufführung, um sozusagen hinter die Kulissen zu blicken. Dazwischen schlenderten wir, dieses Mal ausgiebiger, durch die Postersession. Wir fanden diverse Literatur über Themen, die uns seit kurzem oder auch seit einiger Zeit beschäftigen und konnten uns mit kompetenten Fachkräften darüber austauschen.

Nach einer kleinen Pause, begann auch schon die Abschlussveranstaltung. Für uns immer wieder ein Highlight. Die Magdeburger Erklärung wurde vorgetragen: Magdeburger Erklärung.

Hier ein kleines Zitat aus den einleitenden Worten:

„Das Gutachten stellt die vielfältigen Fragen nach Sicherheit und Prävention in den Kontext der Ethik. ‚Ethik ist die kritische Reflexion und Analyse herrschender gelebter Moral… Ethik ist eine Perspektive auf Sicherheit neben anderen Perspektiven, aber eine entscheidende Perspektive: Denn sie stellt Sicherheit in den Kontext richtigen Handelns und guten Lebens.‘ Sie stellt ‚eine doppelte Frage: Zum einen die Frage nach richtigem
Handeln, vor allem in Konfliktsituationen, zum andern die Frage nach dem ‚guten
Leben’, die immer wieder heißt: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?'“
Im Anschluss hielt Prof. Dr. Harald Welzer den Abschlussvortrag mit dem Titel „Autonomie – Zur Verteidigung der Freiheit“. Herr Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe.
Die Inhalte des Vortrages brachten uns zum Nachdenken.
Kurzgefasst: Er schilderte unsere geschichtliche Entwicklung hin zur Sicherheit. Anschließend arbeitete heraus, welche Rolle diese Sicherheit für unsere heutige Autonomie und Freiheit darstellt. Im Anschluss daran, fügte er jedoch hinzu, damit wir durch unser heutiges Kosnumverhalten von Medien jedoch unsere persönliche Freiheit und Autonomie selbst gefährden. Denn es ist die Norm geworden, damit jeder fast alles über sich über Facebook, Instagram und viele mehr hinterlässt. Dies untermauerte er mit dem Beispiel von einem Mann, der untertauchte. Er arbeitete nicht so aus dem Untergrund heraus, wie man sich das normal vorstellt. Sondern er besorgte sich Geld, ließ sich weiße Anzüge schneidern und kaufte sich eine Yacht. Er verführte Frauen von Soldaten und agierte so im öffentlichen Raum, ohne erkannt zu werden. Woran das lag? Besagter Mann hatte einen Hang zur Urkundenfälschung und agierte immer wieder unter anderen Namen. Herr Welzer stellte dar, dass dies in der heutigen Zeit, aufgrund von Diversen technischen Geräten und Social Media nicht mehr möglich ist. Seine Gedanken gingen noch tiefgreifender. Ich kann sie aber hier nicht so umfassend darstellen, da man dies sicher über mehrere Semester studieren könnte. Abschließend kann ich festhalten, dass es auf ganzer Linie ein Plädoyer für einen reduzierten Lebensstil war.
Soweit vom Deutschen Präventionstag 2016 in Magdeburg. Nächstes Jahr, sind wir dann in Hannover.